12.02.2008

Anfechtung eines Kaufvertrages bei „erfundener“ Herstellerpreisempfehlung

Wenn ein Online-Händler Ware anbietet und hierbei mit einer angeblichen Herstellerpreisempfehlung versucht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots zu erwecken, so kann der Käufer den Kaufvertrag nach Auffassung des Landgerichts Bielefeld (Urteil vom 15.05.2007, Aktenzeichen 20 S 136/06) wegen Täuschung anfechten.
 
In dem entschiedenen Fall hatte sich der einen Onlineshop unterhaltende Hersteller von Fahrrädern einer angeblichen Herstellerpreisempfehlung bedient, um den Interessenten fälschlicherweise vorzuspiegeln, dass ein Dritter eigentlich einen viel höheren Preis für die fraglichen Fahrräder veranschlagt. Das Landgericht Bielefeld hat darin eine arglistige Täuschung gesehen.
 
Wichtig: Die Anfechtung wegen Täuschung kann nur binnen eines Jahres nach Entdeckung der Täuschung erfolgen (§ 124 Abs. 1 BGB). [12.02.2008 – Dr. Mirko Möller, Rechtsanwalt in Dortmund]




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