07.12.2006

Eingetragene Marke - begehrt oder gefährlich?


 „Nivea“,  „Persil“,  „Aspirin“, „Miele“, „Mercedes“, „Coca-Cola“, „Aral“, „Allianz“, „Versatel“, „Hellweg“ oder  „Tempo“ – bei jeder dieser Bezeichnungen denkt der Verbraucher an bestimmte Waren oder Dienstleistungen und – mehr noch - diese „Namen“ lösen eine bestimmte positive oder auch negative Grundhaltung aus.

Diese Beispiele geschützter Marken, die mit dem ® für „registered trademark“ versehen werden können, verdeutlichen, dass sich die Funktion einer Marke im modernen Wirtschaftsleben längst nicht in ihrer ursprünglichen Aufgabe erschöpft. Diese besteht darin, im anonymen Markt die Ware nach ihrer Herkunft zu kennzeichnen, die Ware zu „markieren“. Eine „starke Marke“ ist ein wichtiges Instrument, die Waren und Dienstleistungen des eigenen Unternehmens von denen der Wettbewerber abzugrenzen und positiv herauszustellen.

Originalität und Einprägsamkeit der Marke sind gerade dort von immenser Bedeutung, wo die Unterschiede der angebotenen Produkte und Leistungen eher gering sind. Die Marke kann sich zu einem Gütesiegel entwickeln, das ein bestimmtes Image transportiert und/oder ein hohes Qualitätsniveau signalisiert. Der Wiedererkennungseffekt des „guten Namens“ erhöht den Absatz des Unternehmens und unterstützt die Markteinführung neuer Produkte. Der Markenwert stellt dementsprechend bei Unternehmen einen bedeutenden, zuweilen den wichtigsten Teil des Betriebsvermögens dar. So wird etwa der Wert der Marke „Coca-Cola“ gegenwärtig auf rund 84 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Solche Werte können und sollten geschützt werden. Die frühzeitige Überprüfung auf Markenfähigkeit, die Registrierung (und Überwachung) einer Marke kann verhindern, dass wertvolle Investitionen in eine Bezeichnung und das entsprechende Produkt  dadurch zunichte gemacht werden, dass die Marke bereits für einen Dritten geschützt ist oder „Trittbrettfahrer“ sich den guten Namen zunutze machen.

Umgekehrt ist Vorsicht geboten für jeden, der selbst Bezeichnungen verwendet, die in Kollision mit geschützten Marken geraten können.  Recht unversehens werden Unternehmer auch in sehr kostenintensive markenrechtliche Auseinandersetzungen verstrickt, wenn Waren ohne Zustimmung des Markeninhabers mit dessen Marke oder auch mit einer der geschützten Marke verwechselungsfähig ähnlichen Kennzeichnung versehen worden sind.
 
Einzelheiten regelt in der Bundesrepublik Deutschland das Markengesetz, das im Jahr 1995 das Warenzeichengesetz aus dem Jahre 1874 abgelöst hat. Für Fragen der Anwendung und Auslegung sollten spezialisierte Rechts- oder Patentanwälte kontaktiert werden




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Alle verwendeten Markennamen und Bezeichnungen sind eingetragene Warenzeichen und Marken der jeweiligen Eigentümer.